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Unterstützung bei psychischer Erkrankung

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Der internationale Tag der seelischen Gesundheit, auch Welttag der geistigen Gesundheit genannt, findet jährlich am 10. Oktober statt und macht damit auf ein Thema aufmerksam, dem gerade in dieser Zeit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine, der Pandemie, der Energiekrise und des Klimawandels, mehr Aufmerksamkeit zukommen muss. Die Psyche leidet – und das wird immer sichtbarer. „Zeitnot, Stress, Entfremdung, Zukunftsängste: Zahlreiche Ursachen bringen die Seele aus dem Gleichgewicht. Mehr als jeder Vierte, rund 27,8 % der Erwachsenen, ist in Deutschland im Laufe eines Jahres betroffen. Wobei davon pro Jahr nur 18,9 % Kontakt zu Hilfsangeboten aufnehmen, um weitere Unterstützung zu bekommen.“, berichtet Barbara Middendorf, Koordinatorin der Angebote für Menschen mit psychischer Erkrankung beim Caritas-Verein Altenoythe. Zu den häufigsten Krankheitsbildern zählen ihr zufolge Angststörungen, Depressionen und Störungen durch Alkohol- oder Medikamentengebrauch. 

Für die knapp 18 Millionen Betroffenen und ihre Angehörigen sei eine psychische Erkrankung mit massivem Leid verbunden und führt oft zu schwerwiegenden Einschränkungen im sozialen und beruflichen Leben. Dabei seien psychische Erkrankungen nicht nur die zweithäufigste Ursache für Krankheitstage im Beruf, sie seien auch der häufigste Grund für Frühverrentungen.

„Psychische Erkrankungen gehen in der Regel mit Veränderungen des Denkens und Fühlens, der Wahrnehmung oder auch des Gedächtnisses und des Verhaltens einher. Dies hat Auswirkungen auf praktisch alle Lebensbereiche der Betroffenen, somit auch für ihr persönliches Umfeld und die Gesellschaft als Ganzes. Menschen mit psychischen Erkrankungen sind stärker von körperlichen Krankheiten, Sucht, sozialer Isolation, Armut, Arbeitslosigkeit und Suizid betroffen.“, erklärt Middendorf. Deshalb sei es auch so wichtig, frühzeitig Hilfe und Unterstützung zu bekommen. Insgesamt sei eine zunehmende Zahl an Betroffenen zu beobachten. „Dies belegen nicht nur Statistiken, sondern sind auch unsere Erfahrungen in den Diensten des Caritas-Vereins.“, sagt Middendorf. So sei in den vergangenen zwei Jahren beispielsweise ein Anstieg von rund 30 Prozent an Klienten in der Ambulanten Wohnassistenz zu verzeichnen. Somit gehe ein Anstieg an Betroffenen auch mit einem gestiegenen Hilfebedarf einher.  

Im Landkreis Cloppenburg bestehen Unterstützungsangebote in verschiedenen Lebensbereichen für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Der Caritas-Verein Altenoythe hält neben der bereits genannten Ambulanten Wohnassistenz, die u.a. bei Behördengängen, Facharztbesuchen oder in Konflikt- und Krisensituationen unterstützt, als Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben und zur beruflichen Rehabilitation, die Werkstatt CALO in Cloppenburg und Friesoythe vor. „Daneben sind aber auch niederschwellige, unverbindliche Angebote wichtig, die zunächst die Tagesstruktur fördern und soziale Isolation vorbeugen.“, so Middendorf. Ein solches Angebot stellt die Kontaktstelle „Salon Werner“ in Friesoythe dar, die Ende Juni eröffnet hat und seitdem montags bis freitags bei Kaffee und kleinen Speisen die Möglichkeit bietet, Erfahrungen und Informationen auszutauschen, über Alltagssorgen und Probleme zu sprechen, gegenseitige Unterstützung zu erfahren oder einfach miteinander zu plaudern. Auch das Zuverdienstprojekt „PLAN B“ in Cloppenburg bietet soziale Kontakte, daneben aber auch eine Tagesstruktur und einen Einstieg in die Entwicklung beruflicher Perspektiven. Hauswirtschaftliche Assistenzleistungen durch den internen ambulanten Pflegedienst „CVA-Pflege“ und das Projekt „Kidstime“ für psychisch erkrankte Eltern und ihre Kinder runden momentan das Angebot des Caritas-Vereins für Menschen mit psychischen Erkrankungen ab.  

Wichtig sei vor allem, möglichst frühzeitig Hilfe einzuholen und diese zuzulassen, damit man nicht alleine mit seinen Problemen ist und sich diese hierdurch zusätzlich noch verstärken. „Denn psychische Erkrankungen können jeden treffen. Mit einer psychischen Erkrankung wird man nicht geboren, sondern man erwirbt sie im Laufe seines Lebens. Hierfür muss sich niemand schämen.“, gibt Middendorf zu bedenken. Angehörige und Menschen in Krisen bzw. mit psychischen Beeinträchtigungen können sich bei Bedarf gern für ein unverbindliches Beratungsgespräch bei Barbara Middendorf telefonisch unter 04471 / 1873495 oder per E-Mail an barbara.middendorf@caritas-altenoythe.de melden.

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