Halbzeit: Projekt „Gelingende Kommunikation“

Vor knapp eineinhalb Jahren, am 01.02.2019, hat das Projektteam „Gelingende Kommunikation“ des Caritas-Vereins Altenoythe e.V. seine Arbeit aufgenommen. Insgesamt läuft dieses von Aktion Mensch geförderte Projekt noch bis zum 31.01.2022, womit nun die Halbzeit erreicht ist. Grund genug einmal zurückzublicken, welche Ziele bereits erreicht wurden und einen Ausblick auf die noch kommenden Maßnahmen zu geben.

Zu dem mittlerweile fünfköpfigen Projektteam zählen Bernhard Hempen (Projektkoordinator, Bereichsleiter Kinder/Jugend), Jana Gerlach (Bereich Wohnen; Wohnheim Raphael Altenoythe), Rike Mastall (Bereich Arbeit; Caritas-Werkstatt Cloppenburg), Marion Wehr (Bereich Kinder/Jugend; Sophie-Scholl-Schule) sowie Seelsorgerin Irene Block, die gerade neu dazugestossen ist und die Information des Sozialraums übernimmt.

Ziel der „Gelingenden Kommunikation“ ist es, Menschen mit kommunikativen Einschränkungen im Landkreis Cloppenburg, wozu nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern zum Beispiel auch Menschen mit Migrationshintergrund oder Analphabeten gehören, eine hinreichende Verständigung, Orientierung und Informationsmöglichkeiten innerhalb ihres Sozialraums zu bieten. Denn Kommunikation ist eine wesentliche Voraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und die Informationsbeschaffung wiederum ist eine grundlegende Voraussetzung, um selbstbestimmt zu agieren.

Hierzu wurden zunächst in drei Leuchtturmeinrichtungen des Caritas-Vereins unterschiedliche Maßnahmen, vom Einsatz elektronischer Kommunikations- und Informationssysteme über eine klare Raumbeschilderung und Entwicklung von Wegeleitsystemen unter dem Einsatz entsprechender Piktogramme bis zur Entwicklung von Informationsmaterialien und Formulare in Leichter Sprache, getestet und umgesetzt. Jede Leuchtturmeinrichtung entstammt einem anderen Fachbereich des Caritas-Vereins und bildet damit auch eine entsprechend andere Lebenswelt der Nutzer ab. So wurde für den Bereich Arbeit die Caritas-Werkstatt Cloppenburg, für den Bereich Wohnen das Wohnheim Raphael in Altenoythe und für den Bereich Kinder/Jugend die staatlich anerkannte Tagesbildungsstätte „Sophie-Scholl-Schule“ in Altenoythe als Leuchtturmeinrichtung gewählt. Mittlerweile profitieren bereits viele andere Einrichtungen des Caritas-Vereins von den Ergebnissen der Leuchtturmeinrichtungen, so dass beispielsweise zunehmend Beschilderungen mit Piktogrammen in den Häusern zu finden sind. Auch die Geschäftsstelle in Altenoythe erhält in den kommenden Wochen neue Türschilder.

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie ist insbesondere die Erstellung von Materialien in Leichter Sprache von großer Bedeutung. „So wurden verschiedene Informationsmaterialien entwickelt, die leicht verständlich geschrieben und begleitend mit Piktogrammen versehen sind, um beispielsweise die Hygienevorschriften und Abstandsregelungen zu erklären.“, so Rike Mastall. „Außerdem drehen wir seit Mitte Mai in der Werkstatt Cloppenburg die Videoreihe „Bleib gesund mit Klaus“ unter Berücksichtigung der Aspekte der „Gelingenden Kommunikation“., ergänzt sie. Die Videoreihe ist sowohl auf dem Youtube-Kanal als auch auf der Facebookseite des Caritas-Vereins zu finden.

„Voraussetzung für die Erstellung bzw. Aufbereitung von Informationen und Orientierungshilfen ist natürlich das entsprechende Fachwissen, welches wir uns durch verschiedenste Schulungen in den vergangenen eineinhalb Jahren angeeignet haben und nun an die Kollegen weitergeben.“, berichtet Marion Wehr. So haben die Projektmitarbeiter verschiedene Schulung unter anderem in den Bereichen Metacom/Metasearch (Symbolsystem zur Unterstützen Kommunikation), Mebis (multimediales elektronisches barrierefreies Informationssystem), Unterstützte Kommunikation, Gebärden und Leichte Sprache besucht. Für eine flächendeckende Umsetzung innerhalb des Caritas-Vereins und des Sozialraumes werden gerade unterschiedlichste Grundlagenschulung geplant, um weitere Menschen zu befähigen, gelingend zu kommunizieren.
Nachdem in den Einrichtungen des Caritas-Vereins nun viele Erfahrungswerte und Kenntnisse gesammelt wurden, soll im nächsten Schritt auch der Sozialraum an dem Projekt partizipieren. Aus diesem Grund ist seit Anfang Juli auch Irene Block mit von der Partie, die für die Vernetzung der Kooperationspartner sowie für die Bekanntmachung des Projektes innerhalb des Landkreises zuständig ist. „Denn eine inklusive Gesellschaft geht von einer umfassenden Teilhabe von Menschen mit Behinderung aus. Gelingende Kommunikation ist die Voraussetzung dafür, denn sie macht Teilhabe erst möglich. Daher reicht es bei weitem nicht aus, wenn die Umsetzung nur innerhalb der Einrichtungen des Caritas-Vereins erfolgt.“, erklärt Bernhard Hempen. Deshalb wurde das Projekt bereits dem Landkreis Cloppenburg, den Behindertenbeiräten der Kommunen des Landkreises, dem St. Marien Krankenhaus und der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien in Friesoythe vorgestellt. „Die Rückmeldungen sind durchweg positiv und es besteht großes Interesse an Beratung und Übernahme bestimmter Maßnahmen.“, berichtet Irene Block. Weitere Kooperationspartner sind natürlich herzlich willkommen, denn „Gelingende Kommunikation“ ist in jedem Bereich wichtig, sei es im Einzelhandel, beim Bäcker, im Sportverein, in der Apotheke oder beim Friseur.“, fasst Bernhard Hempen zusammen.

Wer Interesse daran hat, an dem Projekt „Gelingende Kommunikation“ teilzunehmen oder sich einfach ganz unverbindlich informieren möchte, dem steht Irene Block gern telefonisch unter 04491 / 93 87 899 oder per E-Mail an irene.block@caritas-altenoythe.de für weitere Informationen zur Verfügung.

Das Projekt „Gelingende Kommunikation“ wird von Aktion Mensch gefördert.