Freiwilligendienst: Engagement und Berufsorientierung

Offene Stellen für FSJ und BFD beim Caritas-Verein Altenoythe e.V.

Und was kommt jetzt? Diese Frage stellen sich jährlich viele Schulabgänger und Abiturienten. Ähnlich erging es im vergangenen Jahr auch Malte Wesemann. Er hatte sich zwar schon für eine berufliche Richtung entschieden und die Bewerbung für einen dualen Studiengang beim Finanzamt ab Sommer 2015 lief, offen war aber noch, wie er die gut zehn Monate bis zum Studienbeginn sinnvoll verbringen kann. Am 1. November 2014 startete Wesemann im Rahmen des Bundesfreiwilligen Dienstes (BFD) seine Zeit im Wohnheim Friesoythe des Caritas-Vereins Altenoythe e.V. „Eigentlich hatte ich immer gedacht, der soziale Bereich sei nichts für mich. Aber da habe ich mich wohl geirrt.“, so Wesemann. Inzwischen sehen auch die Zukunftspläne des 19jährigen anders aus als zu Beginn seines freiwilligen Dienstes. Die Entscheidung zwischen einem Studium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik und einer Ausbildung zum Heilerziehungspfleger ist zwar noch nicht endgültig getroffen. Feststeht, dass er später auf jeden Fall im Sozialwesen mit Menschen arbeiten will. Rita Moormann, Einrichtungsleiterin für den Bereich Wohnen Nord des Caritas-Vereins, freut sich über die Entscheidung ihres BFDlers. „Vor allem in den Wohnheimen sind Bewerbungen auf die FSJ- und BFD-Stellen eher gering, wobei in allen Wohngruppen die Praktikumsplätze für die HEP- Schüler, Sozialassistenten und Erzieher fortlaufend besetzt sind. Dabei sind die Erfahrungen, die man dort in der täglichen Arbeit mit den Bewohnern (Altersstruktur zwischen 18 und 80 Jahren) sehr vielschichtig, abwechslungsreich und interessant. Neben der Schulung und Stärkung der sozialen, personalen und beruflichen Kompetenzen entdecken die jungen Menschen auch oft neue Interessen und Fähigkeiten bei der Unterstützung, Begleitung und Assistenz der Bewohner, erzählt Moormann.

Sich ausprobieren, mit Menschen arbeiten oder ein Berufsfeld kennen lernen, es gibt viele Gründe für den Freiwilligendienst. Auch Manuel Peukert, der seit dem 1. September 2014 ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Sozialen Arbeitsstätte Altenoythe macht, möchte nach seinem Freiwilligendienst eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger beginnen. „Hier habe ich das erste Mal Spaß an der Arbeit.“, so der 19jährige, der bereits einige Praktika im Handwerk absolviert hat. Peukert arbeitet im Team der Kabelkonfektion und Kabelwickel und betreut die Beschäftigten bei ihrer Arbeit. Insgesamt stehen in der Sozialen Arbeitsstätte Altenoythe jährlich sechs Plätze für FSJler und sechs Plätze für BFDler zur Verfügung. „Bisher hatten wir durch Mund-zu-Mund-Propaganda ehemaliger FSJler und BFDler immer genügend Bewerbungen auf die Plätze. In diesem Jahr sind allerdings noch ein paar Stellen frei“, erklärt Martina Stalljann, stellvertretende Einrichtungsleiterin. Die Einsatzmöglichkeiten innerhalb der Werkstatt sind vielfältig. Außerdem erhalten die Freiwilligen die Gelegenheit, die Tätigkeitsfelder der verschiedenen Berufsgruppen kennenzulernen. Bei konkretem Interesse können sie Heilerziehungspfleger, Ergotherapeuten, Psychologen, Logopäden und Sozialpädagogen in unterschiedlichen Berufssituationen begleiten. Neben dem sozialen Engagement, der Erweiterung der eigenen Kompetenzen und der Berufsorientierung spielt natürlich auch das Miteinander eine große Rolle. „Dadurch, dass wir zwölf Freiwillige in der Werkstatt sind, können wir uns untereinander austauschen und unterstützen. Mittlerweile treffen wir uns auch privat und planen sogar gemeinsame Aktivitäten.“, erzählt die BFDlerin Hilke Meyer. Die ebenfalls 19jährige leistet ihren Freiwilligendienst im Bereich für besonders betreuungsbedürftige Menschen der Werkstatt. Für Hilke Meyer stand bereits vor Antritt des BFDs fest, dass sie später im sozialen Sektor arbeiten möchte. Nach dem Abitur im vergangenen Jahr wollte sie aber erst einmal Luft holen und ein Jahr Pause machen, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Im Herbst geht es dann mit dem Studium los.

Der Caritas-Verein Altenoythe e.V. bietet durch die Vielzahl seiner Einrichtungen von Wohnheimen und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen über die Tagesbildungsstätte Sophie-Scholl-Schule, Kindergärten und der Frühförderung bis hin zu den Familienentlastenden Dienst unterschiedliche Einsatzgebiete für ein Freiwilliges Soziales Jahr bzw. den Bundesfreiwilligen Dienst.

Neben den wertvollen Lebens- und Berufserfahrungen sowie der Weiterentwicklung eigener Kompetenzen sind die Freiwilligen sozialversichert und erhalten ein monatliches Taschengeld, 26 Urlaubstage sowie externe Schulungen in verschiedenen Bereichen.