Johanna Logemann, Johannes Wilhelm, Margret Gortay und Christel Book (von links) machen Theater. BILD: Privat

Berührungsängste sollen auf der Bühne fallen

Theater Gemeindepsychiatrisches Zentrum und Caritas-Verein inszenieren inklusives Projekt

VON REINER KRAMER

CLOPPENBURG – Ein besonderes Theaterprojekt planen das Büro für Ehrenamt des Gemeindepsychiatrischen Zentrums in Cloppenburg und das Projekt Ehrenamt des Caritas-Vereins in Altenoythe. Gemeinsam mit den angehenden Theaterpädagogen der Fachhochschule Ottersberg, Johanna Logemann und Johannes Wilhelm, sollen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf der Bühne stehen.

„Im Alltag gibt es immer noch zu wenig Berührungspunkte“, sagt Margret Gortay vom Gemeindepsychiatrischen Dienst. Das Theaterprojekt soll Menschen mit und ohne Behinderung über das Theaterspielen miteinander ins Gespräch bringen. So würden Vorurteile und Berührungsängste abgebaut, lobt Christel Book vom Caritas-Verein aus Altenoythe die erste Zusammenarbeit der beiden Ehrenamtsprojekte, die zum Ziel haben, ehrenamtliche Strukturen in den Hilfeeinrichtungen zu institutionalisieren und zu stärken.

Die künftigen Theaterpädagogen des Studiengangs Theater im Sozialen an der FH Ottersberg stehen kurz vor dem Ende des Studiums. Sie nutzen das Projekt auch, um in mögliche künftige Tätigkeitsfelder hineinzuschnuppern. „Wichtig ist es, Brücken zu bauen“, erklärt Johanna Logemann den Sinn des Projektes.

Eingeladen sind Interessierte aller Altersgruppen. Geplant sind zunächst wöchentliche Proben. Dabei seien die angehenden Theaterpädagogen aber flexibel. Es soll nicht darum gehen, lange Texte auswendig zu lernen und dann auf die Bühne zu bringen. Stattdessen setzten Logemann und Wilhelm auf Improvisation: „Wir geben einen groben Rahmen vor, in dem sich die Schauspieler bewegen können“, sagt Wilhelm.

Eine Art Schutz sollen die Halbmasken bieten, mit denen die Schauspieler – eine Gruppe von höchstens 20 – auf die Bühne treten werden. Diese würden in den ersten Treffen gestaltet, bevor ihnen Leben eingehaucht würde, so Wilhelm. Die Aufführungen sind für Ende März/Anfang April geplant, bei entsprechender Resonanz sei eine kleine Tournee durch den Landkreis geplant. Das Projekt wird auch von den beiden Sozialpädagogen der Einrichtungen unterstützt und begleitet. Vorkenntnisse seien nicht erforderlich.

Wichtig ist den Verantwortlichen, dass jeder Teilnehmer ein Mitspracherecht habe und in die Planungen einbezogen werde.

Ein erster Info-Abend ist geplant für Mittwoch, 11. Januar, um 18 Uhr in der Kontaktstelle im Haus Bethanien, Kirchhofstraße 14 in Cloppenburg. Vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Dieser Artikel ist entnommen aus der NWZ vom 04.01.2012